In der Galerie der Stadt Pilsen läuft eine Ausstellung an mit dem Titel âBremen Woduâ.
Mehrere Künstler haben sich aus der norddeutschen Tiefebene aufgemacht, um ihre Werke in der westböhmischen Metropole zu präsentieren. Wie es dazu kam und was sonst noch dahinter steckt, darüber hat Christian Rühmkorf mit Tilman Rothermel, einem der Künstler, gesprochen.
Herr Rothermel, in Pilsen sind heute und in den kommenden Tagen eine ganze Reihe Künstler aus Bremen Scharfe Kritik an Fotoausstellung in Paris ...
Einzige Station für Rodtschenko in Deutschland ...
Robert Rauschenberg ist tot ...
Nachrichten ...
Bauhaus im Dreierpack ... zu Gast â und Sie sind einer von ihnen. Was ist der Anlass für diesen Besuch und was findet eigentlich statt?
âEs ist so, dass wir seit etlichen Jahren versuchen, von Bremen aus mit einer kleinen Künstlergruppe namens âProjekt Bremen-Böhmenâ Kontakt mit Künstlern aufzunehmen und Austauschprogramme mit ihnen durchzuführen. Das heiÃt, wir laden sie ein, bei uns Ausstellungen zu machen und sie uns umgekehrt auch. Wir haben jetzt die Gruppe âPilsner Schaumâ gefunden, die mit uns kooperiert: das ist Herr Václav Malina, ein Künstler aus Pilsen, der auch gleichzeitig Leiter der Städtischen Galerie ist â auf diese Weise können wir auch die Ausstellung hier machen.â
Wie kam dieser Kontakt zwischen Bremen und Pilsen eigentlich zustande?
Wir haben 1999 schon einmal mit einer ähnlich zusammengesetzten Künstlergruppe in Pilsen ein Projekt gemacht. In Pilsen wurde damals in der âWestböhmischen Galerieâ ein dreitägiges Symposium veranstaltet und dort haben wir Václav Malina kennen gelernt. Er hat dann auch später in Bremen ausgestellt, von daher kannten wir ihn also schon. Wir haben uns dann einfach mit ihm zusammengetan und versucht, mit ihm eine Kooperation zu entwickeln.â
Heute wird in Pilsen die Ausstellung âBremen wodu, Brémy kdepaksâ eröffnet. Wer wird anwesend sein und was werden die Pilsner Bürger dort zu sehen bekommen?
âWir haben 17 Bremer Künstler zusammengetrommelt und haben alle möglichen Sparten dabei: von computergenerierter Grafik über traditionelle Malerei und Handgrafik. Weiterhin gibt es eine groÃe Installation, die einen ganzen Raum füllt und verschiedene Bildhauerarbeiten sind ebenfalls zu sehen. Ein breites Spektrum von Bremer Kunst also, das sich hier in dieser Galerie zu einem sehr interessanten Ensemble zusammenschlieÃt.â
Der Titel âBremen vodu, Brémy kdepaksâ klingt etwas rätselhaft. Was bedeutet er?
âDie Pilsner Künstler haben ein groÃes Faible für lautmalende, dadaistische Poesie und Lautgedichte. Helmut Heissenbüttel hat das im Grunde völlig sinnfreie Gedicht âBremen woduâ geschrieben, in dem eigentlich nur über Bremen verschiedene Sätze formuliert werden: ´Ich bin in Bremen und wo bist du und wo du´ zum Beispiel und daher kommt dieses ´wodu´ zustande. Und das ist auch das Thema unserer Ausstellung hier.â
Wer finanziert das ganze Projekt?
âIm Wesentlichen der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds und der Senator für Kultur in Bremen hat auch einiges dazugegeben und private Sponsoren.â
Bis wann ist die Ausstellung zu sehen und wird es noch ein Nachspiel geben?
âAm 4. September endet die Ausstellung, es ist die längste Ausstellung, die dieses Jahr in Pilsen laufen wird. Und das Nachspiel ist dann besonders interessant: Wir werden uns mit Pilsner Künstlern treffen, und werden uns mit ihnen über weitere Kooperationen beraten, die wir in einem Symposium vertiefen und dann 2009 in der städtischen Galerie in Bremen ausstellen wollen.â
(radio-Prag)
<< Back
